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20150227_DOGSO

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20150227_DOGSO

Die Beurteilungskriterien zur Feststellung ob eine „Verhinderung einer offensichtlichen Torchance“ vorliegt sind:
- die Möglichkeit den Ball zu kontrollieren (Wahrscheinlichkeit, dass das angreifende Team in Ballbesitz bleibt oder kommt)
- die Position des Angreifers
- die generelle Bewegungsrichtung (Angreifer + Ball)
- die Distanz zum Tor
- die Position der Verteidiger/des Tormanns

An einem Wochenende haben sich nun 5 verschiedene Vergehen ereignet, welche allesamt von den Schiedsrichtern mit Freistoß/Strafstoß beurteilt wurden und sich somit auch die Frage der erforderlichen Disziplinarkarte stellte (keines der Vergehen erfolgte rücksichtslos oder brutal).

Während beim Spiel Wr. Neustadt – Austria völlig unstrittig eine offensichtliche Torchance verhindert wurde ist ebenso klar, dass beim Spiel Altach –Wolfsberg nur das „Standbild“ nach Rot schreit, während in der Dynamik des Spiels aufgrund des engen Raums wohl kaum eine Offensichtlichkeit vom Schiedsrichter festgestellt werden kann.

Beim Spiel Rapid – Sturm ist im Augenblick des Foulvergehens der Tormann sehr nahe und auch die Frage, ob der Ball unmittelbar unter Kontrolle gebracht hätte werden können, nicht eindeutig zu beantworten. Fazit: die Beurteilung des Schiedsrichters ist nachvollziehbar, wenngleich auch eine andere Argumentation nicht vom Tisch zu wischen gewesen wäre.

Bei den Spielen Salzburg – Grödig und Mattersburg – Hartberg ist aufgrund der Ball- und Spielrichtung sowie der Anzahl der Verteidiger (in beiden Fällen nur mehr der Tormann), der Ballkontrolle sowie unmittelbaren Möglichkeit diesen zu kontrollieren (auch wenn unmittelbar zuvor bzw. nahezu zeitgleich der Ball gespielt wird und danach das Foul erfolgt!) eine offensichtliche Torchance verhindert worden.

Die 5 Szenen zeigen einmal mehr auf, dass oftmals die Szenenbeurteilung auf dem Bildschirm naturgemäß wesentlich leichter ist, als auf dem Spielfeld. Dennoch muss die regeltechnische Auflösung auf Basis aller zur Verfügung stehender Bilder getroffen werden, um bei hinkünftigen gleichartigen Situationen die Schiedsrichter auf die richtige Vorgangsweise vorzubereiten.